CfA: „Protest“, Ausgabe von „L’Homme. Z. F. G.“ (1/2028) (German)

Call for Articles, deadline 31 August 2026
Vienna/Austria
 
Veranstalter: L'Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft
PLZ: 1010
Ort: Wien
Land: Austria
Findet statt: Digital
Vom - Bis: 02.02.2026 - 31.08.2026
Deadline: 31.08.2026
 

„L'Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft" widmet sich in der Ausgabe 1/2028 dem aktuell höchst relevanten Thema „Protest". Einzureichende Vorschläge für Ausätze dazu können an ältere Arbeiten zu diversen historischen Protestformen seit dem Mittelalter anknüpfen und diese – methodisch-theoretisch neu fundiert – weiterentwickeln.

 

„Protest“, Ausgabe von „L’Homme. Z. F. G.“ (1/2028)

Die „No-Kings-Proteste“ und andere öffentliche Demonstrationen gegen die Trump-Regierung in den USA, die Proteste in Belarus, der Türkei, Serbien und – gegenwärtig eskalierend – im Iran, wo Frauen in den letzten Jahren immer wieder auch gegen eine ihnen vom Mullah-Regime auferlegte Kopftuchpflicht aufgetreten sind, oder die seit 2012 aktive „One Billion Rising“-Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, die landesweiten Frauenstreiks in der Schweiz 2019 und 2023 … das sind nur einige Beispiele der jüngsten Zeit, die zeigen, wie aktuell das Thema Protest ist. In einer Welt, in der autoritäre Regime und rechtspopulistische oder rechtsextreme Bewegungen sowie kriegerische Gewalteskalation zur Durchsetzung politischer und nationaler Interessen vielerorts die Oberhand gewinnen, wehren sich gleichzeitig immer mehr Menschen gegen diese Entwicklungen. Sie treten millionenfach gegen Entdemokratisierung und die Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten, das Zurückschrauben erkämpfter Rechte, liberaler oder geschlechteregalitärer Positionen auf – oft unter Einsatz ihres Lebens.

Die gewählten Protestformen sind dabei vielfältig und facettenreich. Sie knüpfen einerseits an tradierte Formen des Protests gegen Obrigkeiten, Unterdrückung und soziale Missstände an und gestalten sich andererseits erfinderisch, kreativ, treten lautstark an die Öffentlichkeit oder werden im Geheimen, im Untergrund praktiziert … was je nach divergierenden nationalen, politischen, sozialen, ethnischen, altersspezifischen, religiösen Kontexten unterschiedlich ausgestaltet wird und dabei immer auch ‚vergeschlechtlicht‘ verläuft – ganz abgesehen davon, dass Frauen oder Mitglieder der LGBTQIA+-Community nicht nur an vielen Protestbewegungen partizipieren, sondern auch ihre eigenen Formen des Protests entwickeln.

Vor diesem aktuellen Hintergrund wird sich die Ausgabe von L’Homme. Z.F.G. 1/2028 dem Thema Protest widmen. Einzureichende Vorschläge dafür könnten an ältere, vor allem in den 1970er und 1980er Jahren veröffentlichte frauen- und geschlechtergeschichtliche Arbeiten zu historischen Protestformen seit dem Mittelalter anknüpfen und diese – methodisch-theoretisch neu fundiert – weiterentwickeln (z.B. in Bezug auf Bauernkriege, Ketzerbewegungen, „Weiberkriege“ und „Hungerkrawalle“, städtische Aufstände und Unruhen, Revolutionen, Streiks und ArbeiterInnenbewegungen, StudentInnenbewegungen, Proteste in den diversen Frauenbewegungen, in der Antikriegsbewegung, der Umweltbewegung, antikoloniale Protestformen …). Dabei sollen auch Verschiebungen oder Veränderungen der Perspektiven, Ansätze und Themen der feministischen Protestgeschichte deutlich werden – sei es in Hinblick auf Akteur:innen oder die Anbindung an politische/soziale Bewegungen, oder sei es hinsichtlich der Konstruktion historischer Leitfiguren für erfolgreichen, aber auch niedergeschlagenen Protest. Das gilt ebenso für die untersuchten Formen und Motive, deren Bandbreite durch globale Dimensionen von Protest zusätzlich erweitert wird. Von Interesse sind außerdem nicht nur bewegungsorientierte, sondern auch individuell praktizierte Protestformen.

Wir bitten um Proposals (in Deutsch oder Englisch) im Umfang von etwa einer Seite sowie einen kurzen CV bis spätestens Ende August 2026, an die L’Homme-Redaktion sowie an Christa Hämmerle und Ingrid Bauer. Die Abgabe der Beiträge (im Umfang von jeweils ca. 50.000 Zeichen inkl. Leerzeichen), die dann einem Peer-Review-Verfahren unterliegen, ist für Ende März 2027 geplant.

lhomme.geschichte@univie.ac.at
christa.haemmerle@univie.ac.at
ingrid.Bauer@plus.ac.at

Posted