Krankenreviere in Konzentrationslagern – Zum Umgang mit Krankheit und Sterben im nationalsozialistischen Lagersystem (German)

Event, deadline 5 February 2026

Hamburg/Germany

Veranstalter: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen; Zeitschrift „Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung“ (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)
Ausrichter: KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Veranstaltungsort: Jean-Dolidier-Weg 75
PLZ: 21039
Ort: Hamburg
Land: Deutschland
Findet statt: In Präsenz
Vom - Bis: 13.02.2026 - 14.02.2026
Deadline: 05.02.2026
 

Am 13. und 14. Februar 2026 findet in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ein Workshop zum Umgang mit kranken und geschwächten Häftlingen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern statt.

 

Krankenreviere in Konzentrationslagern – Zum Umgang mit Krankheit und Sterben im nationalsozialistischen Lagersystem

In der Forschung existiert eine nahezu unüberschaubare Zahl an Veröffentlichungen zum System der nationalsozialistischen Konzentrationslager sowie zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus. Die Verknüpfung beider Themenkomplexe um die Fragen nach medizinischem Alltag und Krankenversorgung in den Konzentrationslagern ist weiterhin ein eher randständiges Forschungsgebiet.

An diesem Punkt setzt der geplante Workshop an. Er soll einen Beitrag zur Erforschung des Alltags und der medizinischen Versorgung in den KZ-Krankenrevieren leisten und eine Plattform für einen wissenschaftlichen Austausch zu diesem Themenkomplex bieten.

Organisatorisches
Der Workshop richtet sich an Wissenschaftler:innen, die zur KZ-Geschichte sowie zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus forschen sowie an Multiplikator:innen aus Gedenkstätten, Initiativen und Erinnerungsorten. Zwei Vorträge werden ohne Übersetzung auf Englisch gehalten.

Anmeldungen sind bis zum 5. Februar 2026 unter folgender E-Mail-Adresse möglich: workshop@gedenkstaetten.hamburg.de.

Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihre persönlichen Daten (Name, Kontaktinformationen, Institution) an. Wenn Sie nur an einem der beiden Workshop-Tage teilnehmen können, teilen Sie uns das bitte bei der Anmeldung mit. Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei.

Der Workshop wird organisiert von Anett Dremel (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte) und Dr. Christl Wickert. Die Ergebnisse werden in Heft 8 der “Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung” veröffentlicht. Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung statt.

Programm

Freitag, 13. Februar 2026

12:30– 13:15 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Oliver von Wrochem (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte): Grußwort
Jochen Spethmann (Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung): Grußwort
Anett Dremel (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte), Dr. Christl Wickert (Berlin): Einführung - Krankenreviere in den Konzentrationslagern

13:15-13:30 Uhr Pause

13:30–16.00 Uhr Panel I: Alltag in den KZ-Krankenrevieren
Moderation: Anett Dremel

Dr. Sebastian Weitkamp (Gedenkstätte Esterwegen): Hybride „Versorgung“ – Die Krankenreviere des KL Esterwegen im Lager und im Kreiskrankenhaus Sögel 1934-1936

Georg Erdelbrock (Hamburg): Ärzte und Pfleger aus Polen in den Krankenrevieren des KZ Neuengamme und seiner Außenlager - Funktionshäftlinge zwischen Handlungsspielräumen, nationalen Beziehungen und SS-Herrschaft

Dr. Janine Fubel (FernUniversität Hagen): Zur Situation der Krankenreviere bei Kriegsende 1945 - Das Beispiel Sachsenhausen

Dr. Sari Siegel (Los Angeles): Recruitment of Jewish Doctors for Medical Positions in Prisoner Hospitals and Infirmaries in Auschwitz-Birkenau (digital)

16:00-16:30 Uhr Pause

16:30-18:00 Uhr Panel II: Unterschiede im ärztlichen Selbstverständnis
Moderation: Prof. Dr. Oliver von Wrochem

Dr. Emmanuel Delille (HU Berlin, Centre Marc Bloch): Der französische Korpus der Zeitzeugenberichte von deportierten Ärztinnen und Ärzten

Dr. Sven Fritz (Hamburg): Die SS-Ärzte des KZ Neuengamme - Eine Gruppenbiografie

Samstag, 14. Februar 2026

9:00–10:45 Uhr Panel III: Nachkriegszeit – Haftfolgen, Prozesse und Aufarbeitung
Moderation: NN

Dr. Timo Saalmann (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg): Medizinverbrechen im Konzentrationslager Flossenbürg - Zeugen und Zeugenaussagen in Nachkriegsprozessen in Westdeutschland

Katherine Funk (Wiener Holocaust Library): "She still had to endure": Female Survivors Experiences of Chronic Medical Conditions in the Postwar Period

Dr. Marion Hulverscheidt/Linda Knop (UKE Hamburg): Werkstattbericht: Leichen für die Lehre – Analyse und Bewertung der Beziehung zwischen dem Institut für Anatomie der Universität Hamburg und den Hinrichtungen im Konzentrationslager Neuengamme

10:45–11:00 Pause

11.00–12.45 Panel IV: Zeugnisse aus den KZ-Krankenrevieren
Moderation: Dr. Christl Wickert

Valentine Devulder (École des Hautes Études en Sciences Sociales): Das Geburtenbuch von Ravensbrück - eine Quelle zur Entbindung im Revier und eine archivarische Herausforderung der Nachkriegszeit

Dr. Christiane Heß (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte): „.. am unteren Rand des Abgrunds“ - Zeichnungen aus den Krankenrevieren der NS-Konzentrationslager

Christiane Hofmann-Weseloh (LMU München): Die Lei(d)tmotive "Tod", "Sterben" und "Krankheit" in Kunst aus den Konzentrationslagern - Trigger, Vermittlungsstrategie und mehrschichtige Rezeption im musealen Kontext

12:45-13:15 Uhr Tagungskommentar

PD Dr. Karsten Uhl (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

Kontakt

Für weitere Auskünfte zum Workshop stehen Ihnen Anett Dremel und Rike Pietrzeniuk unter der folgenden E-Mail-Adresse zur Verfügung: workshop@gedenkstaetten.hamburg.de

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