Musik hat in der Sozialen Arbeit ihren etablierten und berechtigten Platz. Kaum eine Publikation allerdings nimmt eine historische Perspektive ein, welche die Anfangsjahre der Professionalisierung Sozialer Arbeit mit Musik fokussiert. Auch eine internationale Perspektive, die unterschiedliche nationale Entwicklungen nebeneinander betrachtet, stellt derzeit ein Forschungsdesiderat dar.
Soziale Arbeit mit Musik im Kontext ihrer Professionalisierung um 1900. Ein historischer und internationaler Vergleich
Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Mariann Steegmann Foundation geförderte Tagung beleuchtet aus (inter-)nationaler Perspektive die Anfänge von Sozialer Arbeit mit Musik im Zeitraum ihrer Professionalisierung um 1900/1920 und möchte zu einem vertiefteren Verständnis historischer Zusammenhänge und zur Klärung zahlreicher Fragen beitragen. Es ist unter anderem offen, wann, wo, wie, von wem und für wen Musik im Rahmen Sozialer Arbeit in den Anfangsjahren der Professionalisierung Sozialer Arbeit 1900/1920 in Deutschland oder in anderen Ländern eingesetzt wurde. Die Schließung dieser Forschungslücke gewinnt durch die Anknüpfung an aktuelle Debatten um kulturelle Teilhabe und soziale Gerechtigkeit an besonderer Relevanz, da auf diese Weise Entwicklungen historisch begründet, kontextualisiert und zukunftsfähig entwickelt werden können.
Programm
13.11.2026:
13.00 Uhr Get-together
13.30 Uhr Grußwort der Präsidentin der KSH München Prof. Dr. Birgit Schaufler
13.45 Uhr Verschränkungen von Kunst und Pädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts: über Versprechungen, Funktionalisierungen und Ideologisierungen
Prof. Dr. Leopold Klepacki (DE – Erlangen)
14.15 Uhr Jane Addams and the Artful Fictions of Racecraft
Prof. Graham Cassano (USA – Oakland)
14.45 Uhr Folklore and Feminist Pragmatism in Eleanor Smith’s Operettas for the Hull House Music School
Ass. Prof. Jessica Payette (USA – Oakland)
15.30 Uhr Music as Moral Reform: Social Work in ‘Outcast London’
Ass. Prof. Geoffrey A.C. Ginn (AUS – Queensland)
16.00 Uhr From National Clubs to a ‘Miniature League of Nations’:
The Intercultural Work of Music in Toronto’s Settlement Houses, 1920 – 1935
Prof. Dr. Deanna Yerichuk (CDN – Waterloo)
17.00 Uhr „Es war wohl nicht ganz so einfach, wie wir gedacht hatten, ,Kultur‘ zu vermitteln“ – Zur aktuellen Brisanz der Episoden aus dem frühen Schaffen Alice Salomons für ein machtkritisches Verständnis von Musik(vermittlung) in der Sozialen Kulturarbeit
Prof. Dr. Elke Josties (DE – ASH Berlin)
17.30 Uhr Ästhetische (Musik-)Praxis im Spannungsfeld bürgerlichen und proletarischen Frauenlebens. Herausforderungen für eine sich entwickelnde Soziale Arbeit um 1900
Dr. Birgit Kiupel (DE – Hamburg) / Prof. Dr. Sabine Toppe
14.11.2026
09.30 Uhr Die Kunst dem Volke. Zur Rolle von Arbeiter- und Bildungsvereinen im Musikleben Berlins um 1900
Prof. Dr. Wiebke Rademacher (A – Wien)
10.00 Uhr „Gesänge vom Sozialen“: zum Verhältnis von Frauenbewegungen und Sozialer Arbeit um 1900
Prof. Dr. em. Susanne Maurer (DE – Marburg)
10.45 Uhr Ästhetische Praxis in den Münchner Sozialen Frauenschulen um 1900
Prof. Dr. Raika Lätzer (DE – KSH München)
11.15 Uhr Soziale Frauenschule des Katholischen Deutschen Frauenbunds in Berlin
Dr. Barbara Klaus-Cosca (DE – Berlin)
11.45 Uhr Musikalische Praxis an der Sozialen Frauenschule des Katholischen Deutschen Frauenbunds
in Aachen. Einblicke in die Lehrpläne und in die Schriften von Maria Offenberg
Prof. Dr. Marion Gerards (DE – Aachen)
12.15 Uhr Podiumsdiskussion, Abschluss und Ausblick